Nachdem wir einen Tipp von der Freundin meiner Frau bekommen hatten, wollten wir auch diesen malerischen Ort besuchen. Das tolle Wetter kam uns natürlich sehr entgegen und so musste ich nur noch mein Fotorucksack packen 🙂

Kurzerhand schauten wir in Google Maps nach einem geeigneten Startpunkt/Parkplatz sowie nach einer möglichen Route. Generell als Tipp für Alle die gerne mit Hilfe von Google Maps die Routen zu interessanten Orten planen: Wählt bei der Routenerstellung das „Fahrrad“ aus, denn dann wird euch ein Höhenprofil der Strecke angezeigt. Sollte Google die Route dann ändern, könnt ihr die Route einfach mit gedrückter Maustaste „richtig“ hinziehen.

Ehrlich gesagt hatte ich das Höhenprofil etwas unterschätzt, denn es geht ca. 600m relativ Eben los und wird dann plötzlich ziemlich steil (Teilweise 20% Steigung). Ihr solltet auf jeden Fall gutes Schuhwerk anziehen, der Weg geht wirklich über Stock & Stein. 😉

Nun aber die Infos zu unserem Ausflugsziel:

Alles begann im Jahre 1649 mit dem Mühlheimer Pfarrer Walter, welcher nach dem dreißigjährigen Krieg ein Muttergottesbild an einer alten Eiche (auf dem Welschenberg) anbrachte. Der bald einsetzende (über)regionale Pilgerverkehr zu diesem Ort führte dazu dass 1652 um diese Eiche eine erste Wallfahrtskirche gebaut wurde. Diese erste Kirche wurde 1661 geweiht und 1754 wieder abgebrochen. Von 1754-56 wurde eine neue Kirche nach dem Entwurf von Franz Singer aus Meßkirch, (mit 47m Länge und 18m Breite) ebenfalls mit der Eiche und dem Marienbild darin, sowie eine Herberge mit Stallungen neu erbaut.

Das Ende dieser überregional bedeutenden Wallfahrt brachte 1811 der Aufhebungsbeschluss des Königs von Württemberg, der seit 1806 Landesherr über Mühlheim war. Alle Güter wurden verteilt und die gesamte Wallfahrt zum Abbruch verkauft. Die Tatsache, dass es in unserer Gegend genügend Steine gab, ist es zu verdanken, dass ein Großteil der Kirche erhalten blieb.

Selbst in den darauffolgenden Jahrzenten pilgerten immer noch viele Menschen zu der einstigen Kirche auf dem Welschenberg (792m ü. NN). Sogar so viel, das der Stadtpfarrer um 1905 am Fuß des ehem. Turmes eine offene Kapelle errichten ließ. Nun zeugen Votivtafeln davon, dass dieser Ort seit weit über 300 Jahren ein Wallfahrtsort geblieben ist, den zur Blütezeit bis zu 20.000 Pilger im Jahr besucht hatten. – Wahnsinn! 🙂

Heute ist die Kirchenruine wieder ein beliebter Ort für viele Menschen. Der Welschenbergförderverein hat in mühevoller Arbeit die Anlage gesichert und durch das Aufstellen von Bänken einen Ort der Ruhe & des Gebets gemacht. An jedem Maisonntag wird bei Maria Hilf der Rosenkranz gebetet und im Anschluss eine Marienandacht mit mehreren hundert Gläubigen gefeiert. Am Rosenkranzsonntag im Oktober, dem eigentlichen Wallfahrtstermin, findet ebenfalls eine Maiandacht statt. Das Gnadenbild befindet sich mittlerweile in der Mühlheimer Pfarrkirche auf dem rechten Seitenaltar.

2015 wurde vom Geschichtsverein für den Landkreis Tuttlingen und vom Heimatverein Mühlheim/Donau ein Buch über den Welschenberg herausgegeben, welches über das Heimatmuseum der Stadt Mühlheim bezogen werden kann.

Abschließend noch der Link für alle die wissen wollen, was es mit der Maria-Hilf-Verehrung auf sich hat:  Wikipedia

One thought on “Die Kirchenruine „Maria Hilf“”

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