Die Längenberg-Kapelle

Schon öfters hatte ich von der Längenberg-Kapelle gehört, ihr allerdings keine Beachtung geschenkt. Neulich, bei einer spontanen Rad/Foto Tour bin ich dann zufällig dran vorbei gefahren. Ich hatte mich dann gefragt: „was ist das hier?“ und bin dann kurz in die „Eisen“ gestanden um mir alles anzusehen. So gesehen ist die Kapelle gut versteckt und man kann sich fast ganz ungestört ausruhen, die Natur genießen und für ne Minute in sich gehen… Nebenbei gibt es auch noch eine Aussichtsplattform Richtung Schwarzwald/Baar. – Sehr Eindrucksvoll.  😉

Wie immer interessiert mich auch die Geschichte zu diesen Kapellen und Orten, denn die „Alten“ die solche Sachen immer wussten, werden ja immer weniger. Die Kapelle befindet sich Nord-Westlich von Gosheim an der Plateaurand vom Längenberg und ist mit Fahrrad bzw. Kinderwagen sehr einfach zu erreichen.

Die Ursprünge der Kapelle gehen bis ins Jahr 1919 zurück, also noch recht „Jung“. Vorneweg: Der damalige Pfarrer Schilling (1882 – 1966) scheint wohl der Initiator dieser Kapelle zu sein, denn in den kommenden Jahren ist er immer wenn es um die Kapelle geht präsent.

Aber nun von Vorne:

Als dem jungen Mann 1919 die Pfarrerstelle in Gosheim übertragen wurde, hatte es ihm der Längenberg sofort angetan. Bei seinen Wanderungen auf und um den Längenberg, entdeckte er schnell dessen warmen und nahezu windstillen Südhang. Fast täglich ging Pfarrer Schilling nun zu diesem Berg, was die Einwohner von Gosheim auch mitbekamen.  So kam es, das dieser (für die Gosheimer) ehemals unbedeutende Berg immer mehr an Bedeutung gewann und nun auch für die Ortsansässigen ein beliebtes Pilger- bzw. Wanderziel wurde.

Als nun in der sog. Bittwoche des Jahres 1933 die Gosheimer in einer Flurprozession zum Längenberg kamen, entdeckten sie eine Statue der Schmerzhaften Muttergottes (im Beuroner Stil), welche auf drei Holzpflöcken aufgestellt war. Diese Statue wurde wohl am Tag zuvor heimlich aufgestellt und stellt somit wohl die Grundsteinlegung für die Wallfahrt zum Längenberg dar.

Im Jahr 1944 wurde dann von M. Weiß ein Hüttchen aus Rundhölzern um die Statue gebaut und so hatte die Maria nun endlich ein Dach über dem Kopf 🙂 Auf Anregung von Pfarrer Schilling, Albert Hauser und Fräulein Weiß wurde 1954 dann ein Massivbau erstellt. In Folge des Baus steuerten viele Gosheimer zum Gelingen der Kapelle bei. Von der Künstlerin Ruth Schaumann (aus München) wurde eine neue Statue geschaffen, welche dann im Herbst 1954 mit dem Bau geweiht wurde. 

Nach 40 jähriger Amtszeit verließ der 76 Jährige Pfarrer Schilling den Ort und wanderte die Strecke nach Nendingen zurück, so wie er damals nach Gosheim kam. Da die Kapelle inmitten von drei Buchen erbaut worden war, bekam sie durch das wachsende Wurzelwerk immer mehr Risse. Die Sache wurde so schlimm dass die Bäume gefällt werden mussten um die Kapelle zu schützen. Neben der Statue von Frau Schaumann ist noch das Steinmosaik an der Rückwand vom Tuttlinger Künstler Martin zu erwähnen. Die Decke und restlichen Wände sind in Redwood-Holz gestaltet worden, die Fenster sind von der Firma Derix aus Rottweil.  

Wenn ihr den offiziellen Weg zur Kapelle geht, befindet ihr euch schon auf dem Kreuzweg der zur Kapelle führt. Dieser wurde von der Kunstwerkstatt Scheble aus Ellwangen erstellt. Ich denke es wundert keinen wieso dieser Ort zu einem beliebten Wallfahrtsort auf dem Heuberg geworden ist. Und das dieses Örtchen auch lange so schön bleibt ,kümmern sich bis heute 3 Familien aus Gosheim darum.

Quelle: Heimatbücher Heuberg

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.